Die Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, um Konflikte zu verstehen und diese erfolgreich aufzulösen.

Ein Konflikt kann dabei wie folgt definiert werden:

„Ein interpersoneller Konflikt liegt dann vor, wenn eine Partei Verhaltenstendenzen verfolgt, die mit den Verhaltenstendenzen einer anderen Partei nicht zu vereinbaren sind oder mindestens einer Partei nicht vereinbar zu sein scheinen. Verhalten ist hier im weitesten psychologischen Sinne zu verstehen; unvereinbar können daher nicht nur Wünsche oder Interessen sein, sondern z.B. auch Meinungen, Werte, Sympathieempfindungen und dergleichen mehr (Müller-Fohrbrodt, Konflikte konstruktiv bearbeiten lernen. Zielsetzungen und Methodenvorschläge, 1999, 17).“

Die Konfliktparteien werden durch einen Mediator unterstützt, der dabei hilft, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die den Bedürfnissen und Interessen der Parteien entspricht.

Der Mediator trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts. Er ist verantwortlich für das Verfahren und ist ansonsten allparteilich.

Die kommunikative Aufgabe des Mediators findet dabei auf drei Ebenen statt. So gibt es eine Beziehungsebene, da die Konfliktparteien mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten in einer bestimmten Beziehung zueinander stehen. Daneben gibt es einen Prozess, der mittels bestimmter Systematiken und Strukturen den Ablauf der Interaktion zwischen den Beteiligten festlegt und natürlich den Konflikt, welcher durch Fakten, Positionen, Interessen und Wahrnehmungen geprägt ist.

Alle drei Ebenen sind während eines Mediationsverfahrens ständig präsent und werden im Auge behalten.

Das Ziel ist demnach eine Kooperation der Konfliktparteien, um gemeinsam neue Lösungen und Regelungen zu finden. Dadurch kann nicht nur eine inhaltlich und zwischenmenschlich höhere Qualität des Miteinanders erfahrbar gemacht werden, sondern beide Parteien können die Kooperation als gewinnbringend verbuchen, der über einen Kompromiss hinausgeht.

Es geht also um Veränderung eingefahrener Konflikt- und Kommunikationsmuster durch Fokussierung auf diejenigen Aspekte, die den Beteiligten wichtig ist.

Achtung! Mediation heißt nicht, es allen recht zu machen!
Indem man zurücksteckt und aus Gründen der Harmonie klein beigibt, tut man niemandem etwas Gutes. Die Verleugnung legitimer Interessen oder Wünsche sind nicht das Ziel, sondern neue Ideen, die genau diese Interessen für ALLE zufriedenstellend erfüllen.

Auf diese Art und Weise bewirkt Mediation Veränderung und Fortschritt. Diese Wirkung ist nicht immer gleichbedeutend mit einer konkreten Lösungsvereinbarung, aber stets ein Weiterkommen.