Lutscher

Geschichte der Mediation

Die Geschichte der Mediation beginnt vor mehr als 2500 Jahren. Der Begriff hat seine Wurzeln in der Antike.

Das Mediationsverfahren in seinen unterschiedlichen Ausprägungen besteht bereits seit mehr als 2500 Jahren und findet sich in den vielfältigsten Kulturen unserer Zivilisation wider.

Der Begriff Mediation

Dieser hat seine Wurzeln dabei nicht von ungefähr aus der Antike. Der Begriff der Mediation (=vermittelnd, neutral, keiner Person zugewandt) hat dabei sowohl einen griechischen als auch lateinischen Ursprung. So wählten in der griechischen Frühzeit die Bürger von Athen Salon zum Stadtoberhaupt und als Versöhner und Vermittler, um Unruhen abzuwenden. Auch Aristoteles und Platon beschäftigten sich in ihren wissenschaftlichen Werken mit dem Begriff der Mediation.

Mediation in Europa

In Europa hat die Mediation jenseits der griechischen und römischen Herrschaft seit langem Bestand. So wurde die Mediation zur Abwendung von Blutrache zwischen benachbarten Clans durch Bußzahlung durchgeführt, was im Übrigen auch den Ursprung für den heutigen individuellen Täter-Opfer-Ausgleichs darstellt.

Im späten Mittelalter sah man zur Abwendung der damals vorherrschenden Todes- und Körperstrafen Sühneverträge vor.

Ferner findet sich in der Einleitung eines Vertragswerks zum Westfälischen Frieden (Einleitung zum Münsteraner-Text vom 24.10.1648) die ausdrückliche Nennung des Mediators Alvise Contarini wider, der als Vermittler von allen Konfliktparteien akzeptiert wurde.

Auch in Frankreich sind Konfliktlösungen bei Ehepaaren unter mediativen Gesichtspunkten bereits vor der französischen Revolution bekannt.

England nutzte die Mediation im 19. Jahrhundert, um wirtschaftliche Konflikte beizulegen.

In Deutschland nimmt die Mediation einen zunehmend stärkeren Stellenwert ein und wird vor allem in den folgenden Bereichen angeboten: Familienmediation, Nachbarschaftskonflikte, Täter-Opfer-Ausgleich, Schuldmediation, interkulturelle Konflikte sowie allgemeine Wirtschaftsmediation und Mediation im öffentlichen Bereich.

Mediation auf anderen Kontinenten

Des Weiteren ist der afrikanische Kontinent seit langer Zeit für Schlichtungsverfahren bekannt, da es kaum Gerichte zur Durchsetzung von Ansprüchen gab. Als Beispiel kann das afrikanische „Palaver“ angeführt werden. Bei diesem „Verfahren“ mussten die Streitparteien so lange (unter dem „Palaverbaum“) diskutieren und verhandeln, bis der Streit beigelegt wurde. Diese Art der Vermittlung auch und gerade in kleinen Gemeinschaften zieht sich bis heute durch, da hier letztlich jeder auf den anderen angewiesen ist.

Schließlich ist die Mediation auch im asiatischen Raum weitreichend bekannt, denn dort haben außergerichtliche Methoden zur Konfliktbeseitigung traditionell bedingt einen hohen Stellenwert und prägen bis heute die Streitkultur. Harmonie, Kooperation und Konsens stellen seit der konfuzianisch geprägten Philosophie die höchste Form der Weisheit dar.

Gerade bei sozialen, familiären und betrieblichen Konflikten ersetzt die Mediation in China einen Großteil der Justiz. Dies liegt in den moralischen Beweggründen der Chinesen verankert, da die Anrufung des Gerichts nicht nur ultima ratio, sondern auch als Schande (= Gesichtsverlust; mangelnde Bildung) gesehen wurde, sieht man einmal von der allseits auch schon in der Frühzeit bekannten Korruption der Gerichte ab. Der Kompromiss steht dabei über dem Bedürfnis, das vermeintlich eigene Recht durchzusetzen. Das Mediationsverfahren findet sich heute in chinesischen Wirtschaftsgesetzen als obligatorische Maßnahme wider.

Aber auch in Japan ist die außergerichtliche Streitschlichtung seit jeher bekannt und wird auch heute noch durchgeführt. In diesem Kontext lässt sich beobachten, dass viele große japanische Unternehmen auf die Anrufung von Zivilgerichten verzichten, da diese schlichtweg als nicht effektiv genug empfunden werden.

In diesem Zusammenhang kommt auch ein eklatanter Unterschied zwischen westlicher und östlicher Lebensweise zum Tragen. In westlichen Kulturen wird das Hauptaugenmerk auf das individuelle Recht des Einzelnen gelegt, wobei im asiatischen –und auch orientalischen- Lebensraum der Kulturkreis durch die soziale Verflechtung vorgegeben ist.

Heute erfährt die Mediation vor allem in der internationalen Diplomatie eine fundamentale Bedeutung. Gerade internationale Verhandlungen (Vereinbarungen, Friedensverhandlungen) unter Hinzuziehung von Vermittler können veranschaulichen, wie tief die Mediation in politischen Verhältnissen bereits integriert ist.

Die Industriestaaten verwenden das Mediationsverfahren seit Langem und bauen dieses kontinuierlich aus. Damit steht die westliche Kultur stellvertretend für das professionelle und systematische moderne Mediationsverfahren.

In den USA wird die Mediation seit ca. 30 Jahren zunehmend eingesetzt und ist teilweise als Vorverfahren gesetzlich vorgeschrieben. Interessant ist hierbei, dass die ersten Mediationszentren von chinesischen Einwanderern eingerichtet wurden.

Heute ist die Mediation im amerikanischen Rechtswesen und Wirtschaftsleben fest verwurzelt. Sei dies durch Einbeziehung in Gesetzesnormen oder durch Übernahme von Mediationsklauseln in Standardverträge.

 

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