Das Mediationsverfahren unterliegt einigen Verhaltensregeln ohne deren Einhaltung eine erfolgreiche Durchführung nicht stattfinden kann.

Bitte achten Sie auf die folgenden Punkte. Diese sind elementar für ein Mediationsverfahren!

  • Der Mediator ist nicht am Konfliktgeschehen beteiligt; er vermittelt zwischen den Konfliktparteien und ist weder betroffen noch weisungsfähig in Bezug auf die Parteien.
  • Ferner ist der Mediator allen Parteien gleichermaßen verpflichtet und daher nicht parteiisch. Er bemüht sich um Verständnis der Sichtweise der Parteien und hat ein Interesse an der Klärung des Konflikts und ist schließlich für den Prozessverlauf verantwortlich.
  • Weiter bedarf es zur Klärung eines Konflikts der Einbeziehung aller (zumindest unmittelbar) betroffenen Personen.
  • Die Teilnehmer nehmen freiwillig am Mediationsverfahren teil. Der Mediator unterstützt bei der Suche nachhaltiger Ergebnisse; er ist aber in der Regel nicht der Fachmann. Die Beteiligten sind für die notwendigen Informationen für das Mediationsverfahren ebenso verantwortlich wie für die Ergebnisse der Mediation.
  • Die Lösungen werden gemeinsam für einen ganz bestimmten Fall entwickelt. Die Regelung eines Konflikts darf nicht zwangsläufig als Ausgangslage genommen werden, um tieferliegende Persönlichkeitsprobleme anzugehen. Gleichwohl werden persönliche und psychologische Hintergründe einbezogen. Rechtliche Betrachtungen bleiben bei der Lösungsfindung jedoch außen vor. Unterschiedliche Perspektiven sind durchaus erwünscht.
  • Die Konfliktparteien müssen über ein Mindestmaß an Ergebnisoffenheit verfügen; ansonsten kann eine Mediation nicht erfolgreich sein.

Das bedeutet, dass alle im Mediationsverfahren geäußerten Interessen Berücksichtigung erfahren können und nicht aufgrund der Konfliktbeschreibung bereits von vornerein ausgeschlossen sind.

Entscheidungen sind dabei innerhalb der Mediation zu treffen und nicht außerhalb, weil dann das Risiko besteht, dass eine mediationsexterne Lösung nicht ausreichend gewichtet oder der Stellenwert falsch bemessen wurde.

  • Des Weiteren erfolgt die Teilnahme an einem Mediationsverfahren stets freiwillig. Nun kann es durchaus vorkommen, dass ein Mediationsverfahren von „oben angeordnet“ wird. Die Konfliktparteien sollten in jedem Fall autonom entscheiden, ob und wie sie sich einbringen. Eine Mediation gegen den ausdrücklichen –auch und gerade während der Mediation geäußerten- Wunsch kann das vorzeitige Ende einer Mediation bedeuten.
  • Schließlich hat das Vertrauen einen enormen Stellenwert im Mediationsverfahren. Alle besprochenen Inhalte sind vertraulich. In der Mediation gewonnene Informationen werden auch nicht in einem anderen Zusammenhang gegeneinander ausgespielt.
  • Abschließend muss auf die Informiertheit der Konfliktparteien hingewiesen werden. Diese müssen über ihre eigene Situation und über diese Prinzipien der Mediation informiert sein. Alle für das Mediationsverfahren relevanten Informationen müssen offengelegt werden.

Sofern sämtliche Voraussetzungen von den Parteien eingehalten werden, steht einem erfolgreichen Mediationsverfahren nichts mehr im Weg. Dass ein so durchgeführtes Mediationsverfahren Vorteile hat, lässt sich den folgenden Punkten entnehmen:

  • Selbstbestimmung und Planungssicherheit: keine Entscheidung durch Dritte; die Parteien bestimmen die Mediatoren, Anfang und Ende, Inhalt und Ergebnis des Mediationsverfahrens; unbürokratisches, flexibles Verfahren (u.a. abgestimmte Terminplanung)
  • Angemessene Berücksichtigung der Standpunkte, Interessen und Ziele der Parteien
  • Zukunftsorientierte Lösung bei der alle Seiten gewinnen können (sog. win-win-Situation); Erzielung wirtschaftlich sinnvoller und nachhaltiger Ergebnisse
  • Hohe Erfolgschancen: bei Durchführung eines fachgerechten Mediationsverfahrens liegt die Einigungsquote i.d.R. bei 80-90%
  • Erhaltung, Wiederherstellung oder Neugestaltung und Verbesserung der geschäftlichen bzw. persönlichen Beziehungen
  • Zeitersparnis gegenüber Gerichtsverfahren, insb. bei mehreren Instanzen
  • Reduzierung der (Rechtsverfolgungs-)Kosten, Schonung personeller und betrieblicher Ressourcen, Vermeidung von Reibungsverlusten (z.B. Abstellen von Mitarbeitern, interne und externe Besprechungen zur Vorbereitung von Gerichtsverfahren
  • Vertraulichkeit, Bewahrung von Geschäftsgeheimnissen, keine Gefahr der Rufschädigung und Imageverlusten, keine Presse
  • Nachhaltige Steigerung der persönlichen und betrieblichen Produktivität durch die Erfahrung konstruktiver Konfliktlösungsverfahren
  • Verringerung emotionaler Kosten in Streitverfahren, nachhaltige Zufriedenheit mit Verlauf und Ergebnis des Mediationsverfahrens